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Das Werk
Spuren der
Vergangenheit
Das „Arbeits-
erziehungslager“
Biografische Skizzen

Zeittafel 1935 - 1945
Zeittafel nach 1945
Dokumentationsstelle
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Forschungsprojekt
Die "Tradition" der militärischen Nutzung mit der damit einhergehenden sicherheitsrelevanten "Abschottung" hat bis 1999 eine konsequente Aufarbeitung der Geschichte der Pulverfabrik verhindert. Der Öffentlichkeit blieben Ausmaß und Bedeutung der Anlage nahezu unbekannt, die Fabrik und der Hintergrund ihrer Entstehung für die Nachkriegsbevölkerung "geheimnisumwittert". Die örtlichen Zeitzeugen schwiegen! Länger als 50 Jahre hat die militärische Nutzung des Geländes das wirtschaftliche, soziale und politische Leben der Gemeinden Liebenau und Steyerberg maßgeblich bestimmt.
Der im Mai 1999 gegründete Verein "Dokumentationsstelle Pulverfabrik Liebenau" wird maßgeblich von der Samtgemeinde Liebenau getragen.

Zunächst rekonstruieren wir die Geschichte der Pulverfabrik und der in diesem Zusammenhang errichteten Lager und Bauten sowie des "Arbeitserziehungslagers" Liebenau in einem vom Land Niedersachsen geförderten Rechercheprojekt möglichst umfassend. Dabei werden verschiedene Archivmaterialien, zeitgeschichtliche Fotos und Zeitzeugenberichte von uns erschlossen und ausgewertet. Das Projekt wird von Martin Guse geleitet und koordiniert. Die Historiker/innen Dr. Bernhard Strebel, Renate Riebe und Dr. Andrea Tech aus Hannover ergänzen das Team punktuell.

Zwischenzeitlich wurde von Martin Guse das museumspädagogisch-didaktische Gesamtkonzept für die künftige Dokumentationsstelle/Gedenkstätte erarbeitet. Es bildet die Grundlage für unsere weiteren Aktivitäten. Die im Herbst 2001 vorgestellte erste Ausstellung zum Thema war bereits an verschiedenen Standorten im Landkreis Nienburg/Weser zu sehen. Seit 2002 kann eine erste Broschüre zum Thema bei uns bestellt werden. Sie wurde gemeinsam mit dem Förderverein der Sophie-Scholl-Oberschule in Berlin Schönberg erarbeitet:

Bodo Förster/Martin Guse, "Ich war in Eurem Alter, als sie mich abholten!" - Zur Zwangsarbeit der ukrainischen Familie Derewjanko in Berlin-Schöneberg und Steyerberg/Liebenau 1943 bis 1945; 121 Seiten, 70 Fotos, 9 Abbildungen, broschiert, ISBN 3-00-009250-1, 10,00 Euro                                       

Daneben bieten wir eine 16-seitige broschierte Handreichung mit grundlegenden Informationen unter folgendem Titel an: "Pulverfabrik Liebenau 1938 bis 1945". Daneben kann auch die Veröffentlichung "Fremde kamen - Freunde gingen", die mit der hausinternen Jugend-AG entstand, bei uns erworben werden.

Bestellungen bitte an: pulverfabrik@martinguse.de

Derzeit arbeiten wir am Manuskript zu einer umfangreicheren Publikation zur Geschichte der Pulverfabrik. Die Arbeiten zum Umbau eines historischen Gebäudes der Pulverfabrik zur Dokumentations- und Gedenkstätte laufen parallel.

Besonders zu erwähnen ist, dass in den letzten Jahren mehrere Jugend-Arbeitsgemeinschaften zur Geschichte der Pulverfabrik etabliert werden konnten. Im Mai 2000 begleiteten fünf junge Frauen und fünf junge Männer aus Liebenau und der näheren Umgebung den Besuch der ehemaligen Zwangsarbeiterin Katerina Derewjanko aus Lwiw (Lemberg). Diesen Besuch haben sie in der oben genannten Broschüre aus ihrer Sicht kommentiert und auch in einem eigenen Videofilm dokumentiert.

Im September 2002 fand ein Gedenktreffen mit ehemaligen Zwangsarbeiter/innen der Pulverfabrik Liebenau aus den Niederlanden, Polen und der Ukraine statt. An diesem Treffen nahm eine neue Gruppe von zwölf jungen Menschen teil. Sie waren von den Berichten der Gäste derart beeindruckt, dass sie sich mittlerweile als interne Jugend-AG unserem Haus angeschlossen haben. Diese jungen Vereinsmitglieder der „Dokumentationsstelle“ bereichern die Vereinsarbeit sehr. Hinweise zu den ersten Veröffentlichungen der Gruppe und nähere Infos unter ihrer eigenen Homepage:

www.japl.de

 


Die erste Arbeitsgemeinschaft im Jahr 2000 mit Martin Guse.
 


Katerina Derewjanko (links) bei ihrem Besuch in Liebenau
und Steyerberg im Mai 2000. In der Mitte ihr Bruder Wassilij.


E-mail: pulverfabrik@martinguse.de